
Es gibt zahlreiche Gründe, warum Nutzer ihre Privatsphäre im Internet wahren möchten – manche sind legitim und rechtmäßig, andere wiederum, nun ja, nicht ganz so sehr. Aber wie können sich diejenigen schützen, die wissen möchten, wie viele ihrer Daten denjenigen zugänglich sind, die sie haben wollen und wissen, wie sie an sie herankommen?
Ein guter Anfang ist es, Ihre IP-Adresse zu schützen. Wir werden viele Ihrer Fragen zu diesem Thema beantworten, darunter:„Kann ein VPN meine IP-Adresse verbergen?“, „Was ist Tor und wie funktioniert es?“ und was es bedeutet,„einen Proxy-Server zu nutzen“.
Jedes Gerät, das mit dem Internet verbunden ist, verfügt über eine IP-Adresse. Diese lange Zahlenfolge (bzw. bei IPv6 eine Folge aus Zahlen und Buchstaben) ermöglicht es jedem, der über das entsprechende Fachwissen verfügt, Folgendes nachzuverfolgen:
Für viele bietet die IP-Nachverfolgung einige nützliche Vorteile:
Für andere kann es jedoch eine echte Belästigung sein und in manchen Situationen sogar gefährlich werden.
Den meisten von uns wurde immer wieder ans Herz gelegt, unsere Daten zu schützen und die Kontrolle über unsere Privatsphäre zu behalten. Aber wie geht das eigentlich?
Um ehrlich zu sein: Wenn ich auf Reisen bin oder mich in der Öffentlichkeit aufhalte, würde ich meine IP-Adresse mithilfe eines VPN verbergen. Das ist die zuverlässigste und sicherste Methode zum Schutz von Daten, da dabei eine hochgradige Verschlüsselung zum Einsatz kommt und eine Ersatz-IP-Adresse bereitgestellt wird, die sich fast unmöglich zum Endnutzer zurückverfolgen lässt.
Ein VPN-Dienst leitet Ihre Daten und Ihren Internetverlauf über eines seiner zahlreichen lokalen Servernetzwerke weiter. Ihr Gerät erhält eine IP-Adresse aus diesem Netzwerk, sodass die aufrufende Website davon ausgeht, dass Sie sich dort befinden, wo sich das Netzwerk befindet.
Nach der Installation lässt sich die Funktion ganz einfach ein- und ausschalten (vorausgesetzt, man denkt daran). Bei den meisten Programmen kann man einen Standort auswählen, über den man Zugriff auf gesperrte Dienste erhält (internationale Netflix-Kataloge oder geschützte Web-Streams aus anderen Ländern), und sie verfügen zudem über einen Kill-Switch für maximalen Schutz.
Proxy-Server sind eine gute Option, wenn Sie auf geografisch gesperrte Inhalte zugreifen möchten, bieten jedoch bei weitem nicht die Sicherheit, die ein VPN bietet.
Ein Proxy kann Ihre IP-Adresse vor Websites verbergen, doch Sie sind weiterhin gefährdet, wenn die Verbindung zum Proxy unterbrochen wird oder jemand versucht, zwischen den beiden Endpunkten auf Ihre Daten zuzugreifen.
Ohne Verschlüsselung kann Ihr Internetdienstanbieter (oder andere Behörden wie beispielsweise Ihre Regierung) Ihr Online-Verhalten potenziell weiterhin nachverfolgen und überwachen.
Tor steht für „The Onion Router“. Dieser Webbrowser bietet eine besonders starke Verschlüsselung und leitet Ihren Internetverkehr über eine Reihe zufällig ausgewählter Knoten weiter. Bei jedem Besuch einer Website ist die Reihenfolge der Knoten unterschiedlich, was eine Nachverfolgung nahezu unmöglich macht. Die Knoten sind eine Art Proxy-Server, wobei nur der letzte, der Ausgangsknoten, eine IP-Adresse preisgibt.
Die Anonymität ist zwar hervorragend, Geschwindigkeit und Leistung hingegen nicht.
Wenn Sie eine andere IP-Adresse wünschen, wird Ihre IP-Adresse während der Nutzung durch den Beitritt zu einem anderen Netzwerk ersetzt.
Wenn Sie sich in ein öffentliches oder privates kostenloses Netzwerk einloggen, wird dessen IP-Adresse anstelle Ihrer eigenen angezeigt. Das mag in manchen Situationen hilfreich sein, trägt jedoch in anderen Fällen kaum zu Ihrem Schutz bei und bietet auch nicht die Umgehungsmöglichkeiten, nach denen Sie suchen.
Offene WLAN-Netzwerke gehören zu den am wenigsten geschützten Bereichen für Hacker und Datenschnüffler. Selbst wenn Sie sich mit einem solchen Netzwerk verbinden, sollten Sie sich daher mit einem VPN schützen.
Je nachdem, was ich online machen möchte, führt mich das nicht immer direkt zu der Frage, wie ich meine IP-Adresse am besten verbergen kann.
Was auch immer Sie tun – Ihr Internetdienstanbieter kann Ihre IP-Adresse immer einsehen, selbst wenn die Websites der Endnutzer dies nicht können. VPNs, Proxys und andere Methoden verschleiern lediglich Ihre IP-Adresse durch eine andere.
Wenn Sie Ihre Daten und Ihre Online-Aktivitäten verbergen möchten, ist ein VPN die beste Wahl. Wenn Sie beim Militär oder bei der Regierung arbeiten, Journalist oder Spion sind, sollten Sie dies bereits geregelt haben.
Wer seinen Standort aus weitaus weniger taktischen oder hinterhältigen Gründen verschleiern muss – um das Pokalfinale oder einen Boxkampf zu sehen oder um sich eine mexikanische Serie anzuschauen, die im Netflix-Katalog seines Landes nicht verfügbar ist –, ist mit einer Methode, die genau auf diesen Zweck zugeschnitten ist, genauso gut bedient.